Projekt CEMAC II
30.06.2009 - Zur Unterstützung der zeitgerechten und korrekten Einführung der CE-Kennzeichnung von Kabeln in Bezug auf ihr Brandverhalten gemäß der Bauproduktenrichtlinie vereinbarten die in Europacable zusammengeschlossenen europäischen Kabelhersteller die Finanzierung eines großen (mehr als 1 Mill. Euro umfassenden) zweijährigen Projekts unter der Bezeichnung „CEMAC II - CE-Kennzeichnung von Kabeln“, an dem Kabelhersteller, Forschungs- und Prüflabors sowie andere Forschungseinrichtungen mitwirken.
Anhänge

Ein spezielles Ziel dieses Projekts besteht in der Zusammenstellung technischer Daten für erweiterte Anwendungsbereiche (EXAP) von Prüfverfahren zum Brandverhalten und zur Klassifizierung von Kabeln, um die Einführung der CE-Kennzeichnung von Kabeln gemäß der Bauproduktenrichtlinie weiter voranzubringen.

Um den Prüfaufwand für die Klassifizierung von Produktreihen zu vereinfachen, müssen konkrete EXAP-Verfahren zur Extrapolation und Interpolation von Daten zwischen Konstruktionsvarianten ähnlicher Produkte (Produktfamilien) erarbeitet werden. Die einzelnen Aufgaben werden von Europacable und einer vom nationalen schwedischen Prüf- und Forschungsinstitut SP geleiteten Forschungs-, Technologie- und Entwicklungsgruppe (FTE-Gruppe) ausgeführt. SP verfügt über umfangreiche Erfahrungen beim Prüfen von Kabeln für die von der Entscheidung der Kommission verbindlich vorgesehenen FIPEC-Protokolle zum Brandverhalten elektrischer Kabel und war im Auftrag der Kommission bereits an der Entwicklung der Klassifizierung des Brandverhaltens elektrischer Kabel beteiligt. Weitere Mitglieder der FTE-Gruppe sind ISSeP aus Belgien, die im Rahmen des FIPEC-Projektes „Brandverhalten elektrischer Kabel – neue Prüfverfahren und Messtechniken“ verschiedene Kabelprüfungen durchgeführt haben, Interscience Communications, die ebenfalls am FIPEC-Projekt beteiligt waren, LSF aus Italien, die frühere Projekte zu Kabelprüfungen ausgeführt haben, sowie der VDE aus Deutschland. All diese Organisationen weisen umfangreiche Erfahrungen bei der Zertifizierung von Kabeln auf und verfügen auch über die erforderlichen Geräte, um die Kabel in Übereinstimmung mit der Entscheidung der Kommission prüfen zu können.

Die FTE-Labors erstellten gemeinsam mit 8 Prüflabors von Europacable eine große Datenbank umfassender Prüfungen zum Verhalten von Kabeln im Brandfall (EN50399) und prüften dafür eine repräsentative Auswahl an von Europacable auf dem europäischen Markt erworbenen Mustern von Produktfamilien aus den Bereichen Stromversorgungs-, Steuer-, Kommunikations- und optische Glasfaserkabel. Die Prüfung umfasste insgesamt etwa 120 Muster, die einer detaillierten Analyse unterzogen wurden.

Die Ergebnisse dieser Analyse wurden anschließend in konkreten EXAP-Regeln für die gesamten Produktfamilien umgesetzt, so dass unter Anwendung einer gewissen „Sicherheitsspanne“ bereits aus den Ergebnissen einer begrenzten Anzahl von Prüfungen eine korrekte Klassifizierung möglich wird. Die Analyse der CEMAC-II-Daten zeigte, dass bei den im Rahmen des Projekts gemäß den vorgeschlagenen EXAP-Regeln geprüften Kabeln keine fehlerhafte Klassifizierung auftreten würde.

Das Projekt wurde 2007 begonnen. Der Abschlussbericht wird im Herbst 2009 veröffentlicht. Umfassendere Informationen folgen.